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Live Shopping Days: Online-Aktionshandel boomt
Live Shopping Events zählen zu den Zukunftskonzepten im E-Commerce. Erfolgreiche Vorbilder wie Woot!, iBOOD oder Vente Privée begeistern die Käufer mit neuartigen Verkaufskonzepten. Die Veranstaltung Live Shopping Days in Berlin diente Seitenbetreibern, Dienstleistern und Lieferanten zum Erfahrungsaustausch.
Wie funktionieren Live Shopping Märkte und was sind die Erfolgsfaktoren, darüber diskutierte E-Commerce-Experte und Veranstalter Jochen Krisch bei den Live Shopping Days Mitte Februar in Berlin mit über hundert Teilnehmern aus der Onlineszene. Mit dabei auch die bekannten Vorreiter im deutschsprachigen Raum, iBOOT, Guut, Preisbock, BuyVIP und Brands4Friends.
In den einzelnen Diskussionsrunden ging es um Marktperspektiven und effiziente Live Shopping Strategien. Im Anschluss gab es für die Gäste die Möglichkeit erste Erfahrungswerte auszutauschen. "Der E-Commerce Markt verändert sich. In Zukunft sind schnellere, aktionsgetriebene Konzepte gefragt und für die Vorreiter auf diesem Gebiet gibt es großen Bedarf sich auszutauschen," so Jochen Krisch, Veranstalter der Live Shopping Days. "Mit den Live Shopping Days möchten wir eine Plattform bieten, auf der sich die E-Commerce Experten über die aktuellen Trends informieren können“, erklärt Krisch im Interview mit zentrada.tv.
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Erfolgsformeln im Live Shopping
Der Bereich Live Shopping wurde dabei eher breit gefasst und stand für alle Formen des Online-Aktionshandels. Denn im engeren Sinne versteht man unter Live-Shopping das Prinzip "Ein Produkt pro Tag zu einem sensationellen Preis". Typischer Vertreter dieser Spezies ist der Vorreiter Woot aus den USA. In Deutschland wird diese Form von Aktionshandel von den Portalen Guut, Preisbock und iBOOT betrieben. Krisch präsentierte die aktuellen Entwicklungen beim Vorreiter Woot sowie beim Backcountry. Während Woot fast von Beginn an auf Live Shopping setzt handelt es sich bei Backcountry um einen Versender von Outdoorartikeln, der zusätzlich zum klassischen Onlineshop mittlerweile mehrere verschiedene Live-Shopping-Portale betreibt, beispielsweise eines für Mountainbiker, eines für „normale“ Fahrradfahrer sowie verschiedene weitere. „Die Live Shopping Portale sind für Backcountry mittlerweile ein breites Einfallstor in den normalen Onlineshop“, erklärte Krisch.
Einkaufen im Club
Live-Shopping im weiteren Sinne beschreibt das Shopping-Club-Prinzip. Hier werden zeitlich befristete Markenaktionen an eine begrenzte Zielgruppe gefahren. Der bekannte Vorreiter ist Vente Privee in Frankreich, der auch in Deutschland sehr aktiv ist und gerade angekündigt hat, demnächst in Düsseldorf eine eigene Filiale zu eröffnen. Die wichtigsten deutschen Vertreter heißen BuyVIP und Brands4Friends.
"Live-Shopping hat mehr mit Teleshopping oder auch dem Aktionshandel von Tchibo gemeinsam als mit dem normalen E-Commerce", mit diesen Worten regte Veranstalter Jochen Krisch die Teilnehmer dazu an, sich an diesen Vorbildern zu orientieren: "Von QVC können Sie viel lernen - die stringente Verkaufsphilosophie lässt sich direkt auf den Online-Aktionshandel übertragen!"
Der Shopping-Club Vente Privée macht heute über 500 Millionen Euro Umsatz, davon werden 21 Millionen Euro in Deutschland erwirtschaftet. Die Handelsspanne auf den Einkaufspreis liegt nach eigenen Angaben bei 30 Prozent. Die Kernaussage lautet: "We love to sell!" Im Mittelpunkt des Geschehens stehen deshalb Markeninszenierungen und die Produkte. Mit 1800 Verkaufsaktionen im gesamten Jahr wird hier ein enormer Aufwand betrieben. Denn jede Markenaktion wird in eines erstellten Videos dargestellt. Ein Aufwand, der sich über Verkäufe wieder auszahlen muss. "Die Produktion ist sehr aufwendig. Wir müssen im Schnitt 4000 bis 5000 Teile verkaufen, damit der Aufwand für die Aktion überhaupt erwirtschaftet wird", erklärt Gerald Heidenreich, Gründer von BuyVIP. Bei Brands4Friends, dem Marktführer in Deutschland, arbeitet man mit ähnlichen Gewinnschwellen. Auf der anderen Seite ist es aber gerade die aufwendige und hochwertige Marken- und Produktpräsentation, die das System Shopping-Club sowohl für den Markenanbieter als auch für den Kunden attraktiv macht. "So sehen die Hersteller, dass ihre Marke nicht verramscht wird und für die Kunden wird das Schnäppchenkaufen zum Erlebnis", so Nicolas Speeck, einer der Mitgründer von Brands4Friends.
Der Vorteil: Für mögliche neue Wettbewerber wird die Latte des Markteintritts ziemlich hoch gelegt. Schließlich kann sich ein Hersteller aussuchen, über welchen Shoppingclub er seine Überhänge abschleust. Clubs, die weniger in die Präsentation und Optik investieren haben da kaum Chancen an gute Ware zu kommen.
Auch das Sourcing von guten Produkten stellt sich für Live-Shopping-Anbieter als größte Herausforderung dar. "Mittlerweile ist es einfacher geworden, da wir jetzt bekannter sind und auch über gewisse Abnahmemengen sprechen können, aber am Anfang war das ein großes Problem", so Peter Posztos von Guut. Erst kürzlich hat Guut 15.000 Akkuschrauber von einem Hersteller als Restposten bezogen, "da konnten wir den Einkaufspreis diktieren. Es ist halt alles eine Frage der Menge", grinst er. Aus seiner Sicht werden sich über kurz oder lang nur zwei oder drei Anbieter im engeren Live-Shopping-Segment halten können.
Link: www.liveshoppingdays.de
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